Direktes und indirektes Grillen – So geht’s auf dem Gasgrill und dem Holzkohlegrill

Artikel aktualisiert am von Alex

Grillen wird immer raffinierter! Direktes und indirektes Grillen sind 2 Alternativen für das Grillvergügen am Wochenende. Wir stellen Ihnen die beiden Varianten vor und zeigen Ihnen wie es geht. Welche Variante zu Ihnen passt, erfahren Sie hier. In diesem Ratgeber zeige ich Dir wie Du auf einem Gasgrill und einem Holzkohlegrill direkt und indirekt grillen kannst.

Direktes Grillen an einer Grillstelle
Direktes Grillen an einer Grillstelle

Längst ist es kein Geheimnis mehr, dass Grillen zu einen der deutschen Lieblingsbeschäftigungen gehört. Egal ob Sommer oder Winter – gebrutzelt wird immer gern. Wer Familie und Freunde mit neuen Köstlichkeiten überraschen möchte, sollte sich mit den verschiedenen Grillmethoden beschäftigen.

 

Immer mit geschlossenem Deckel grillen

Unabhängig davon ob man lieber direkt oder indirekt grillt, sollte der Deckel des Grills immer geschlossen bleiben. Dadurch kann die Wärme im Grill sehr gleichmäßig zirkulieren. Ein weiterer wichtiger Vorteil ist, dass die sehr leckeren Raucharomen im Grill bleiben. Dadurch bekommt man ein sehr saftiges Grillgut, das nicht nur besser schmeckt, sondern auch einfach schneller gar ist. Denn bei geschlossenem Deckel bleibt die Wärme im Grill.

Hinweis: immer wieder sehe ich Griller, die gefühlt andauernd den Grill öffnen und wieder schließen, um nach ihren Steaks oder anderem Grillgut zu schauen. Bei jedem Öffnen des Grills geht viel Temperatur verloren, was zu keinem optimalen Grillergebnis führt, da auch die Raucharomen sich dann in die Luft verabschieden. Also den Grill geschlossen lassen und nicht dauernd öffnen.

Der Klassiker – Das direkte Grillen über der Glut

Zur klassischen Zubereitung gehört sicherlich das grillen direkt über der Glut mit Holzkohle. Diese Methode dürfte den meisten Grillfreunden bekannt sein. Die Holzkohle wird in einem handelsüblichen Grill entzündet, und wenn nur noch die Glut vorhanden ist, ist der perfekte Zeitpunkt zum Fleisch auflegen gekommen. Einige Grillmeister bevorzugen inzwischen einen Gasgrill. Selbstverständlich können Sie hier genauso mit direkter Hitze grillen. Wie das genau geht mit Gasgrill und Holzkohlegrill das erfährst Du jetzt.

Direktes Grillen mit dem Gasgrill

Das direkte Grillen auf dem Gasgrill ist für kleinere Fleischstücke und Grillgut ideal, da es schnell gar ist. Also nicht zu dick und nicht zu groß. Beim direkten Grillen sollte das Grillgut in unter 20 Minuten gar sein. Ansonsten sollte man indirekt grillen.

Direktes Grillen Gasgrill Illustration
Direktes Grillen über der Hitze / Brennern beim Gasgrill

Und so wird das auf dem Gasgrill gemacht:

  1. Alle Brenner des Gasgrills werden gezündet und auf maximale Stufe gedreht.
  2. Der Deckel wird geschlossen und der Grill je nach Leistung zwischen 5-10 Minuten vorgeheizt.
  3. Nun wird das zu Grillfleisch, Würstchen oder anderes Grillgut auf den Grillrost direkt über die Brenner gelegt.
  4. Deckel wird wieder geschlossen und fertig gegrillt, bis alles gar ist.

Direktes Grillen mit dem Holzkohlegrill

Beim Grillen mit dem Holzkohlegrill gilt das Gleiche wie auf dem Gasgrill: es ist gut geeignet für Grillgut mit weniger als 20 Minuten Garzeit. Also normale Steaks und Würstchen. Natürlich auch der Hähnchenspieß und die Putenbrust. Was man eben so auf den Grill legt, das nicht dick und groß ist.

Direktes Grillen Holzkohlegrill Illustration
Direktes Grillen auf dem Holzkohlegrill.

Und so wird das auf dem Holzkohlegrill gemacht:

  1. Als erstes solltest Du den Deckellüfter und die Lüftungsöffnung im Grillkessel öffnen, damit Luft für den Verbrennungsvorgang zur Verfügung steht.
  2. Dann solltest Du Deine glühenden Holzkohlen bzw. Briketts gleichmäßig auf Deinem Holzkohlerost verteilen.
  3. Anschließend wird der Grillrost eingesetzt und Dein Grillgut direkt über der Hitze platziert.

Welches Grillgut ist für das direkte Grillen geeignet?

Da die Hitze der Glut oder der Gasflamme direkt auf das Grillgut einwirken, können Sie Ihr Grillergebnis mit den richtigen Zutaten positiv beeinflussen. Bereits nach rund 10 Minuten können Sie Ihre Leckereien genießen. Allerdings sollten Sie sich nicht zu weit vom Grill entfernen, denn die starke Hitze erfordert mindestens ein einmaliges Wenden des Grillguts.

Keine Fleischstücke direkt gegrillt
Kleine Fleischstücke direkt gegrillt

Für direkte Hitze eignen sich kleine Fleischstücke, Würste oder Burger, die schnell gar sind und durch das scharfe anbraten erst das richtige Aroma bekommen. Es bildet sich eine krosse Kruste, die Ihre Steaks innen saftig bleiben lässt.

Grillgemüse wie eine knackige Paprika oder auch Zucchini und Auberginen eignen sich besonders gut für die sehr heiße und direkte Hitze. Alle Fleischstücke wie Hähnchenbrust oder Fischfilets werden sehr schnell gar und brauchen nur kurz und dafür intensiv auf den Grill. Wer auf das typische Grillmuster vom Rost nicht verzichten möchte, ist mit dem direkten Grillen bestens bedient.

Vorteile des direkten Grillen auf einem Blick:

  • Perfekt für jedes Grillgut, das schnell gar ist (Also Steaks, Würste, Spieße etc.)
  • Köstliche Kruste
  • Röstaromen entwickeln sich optimal (Deckel schließen ist wichtig)
  • Durch die Hitze schließen sich die Poren, das Fleisch bleibt saftig
  • Gemüse bleibt knackig
  • Das Grillmuster steht für typischen Grilllook

Sie möchten etwas Neues ausprobieren? Nutzen Sie das indirekte Grillen!

Dann testen Sie einmal die indirekte Grillmethode. Gerade wenn Sie größere Fleischstücke oder sogar ganze Braten grillen möchten, ist das indirekte Grillen der richtige Weg. Als Anhaltspunkt können Sie Grillgut nehmen, dass mindestens 20 Minuten – meist deutlich länger – zum garen braucht.

Indirektes Grillen – aber wie?

Notwendig ist ein Grillthermometer
Notwendig ist ein Grillthermometer

Während das direkte Grillen mit jedem Grill möglich ist, gibt es beim indirekten Grillen gleich eine Besonderheit: Egal ob Kohle oder Gas, Sie brauchen einen geschlossenen Grill mit Deckel.

Wenn Sie sich einen neuen Grill zulegen, achten Sie darauf, dass der Grill ein Thermometer hat. Denn beim indirekten Grillen sollte die Gartemperatur zwischen 160 und 200 Grad liegen – nicht mehr!

Fast alle Grills mit Haube (was Voraussetzung für das indirekte Grillen ist) haben inzwischen ein integriertes Grillthermometer im Deckel.

Unser Tipp: Grillthermometer für Profis
Wenn sie noch genauere Infos über die Gartemperatur im Grill und direkt im Fleisch möchten, dann sollten Sie sich ein gutes Grillthermometer mit Temperaturfühlern zulegen. Mit diesem können Sie nicht nur die Temperatur im Grill messen, sondern auch im Fleisch. Damit erzielen Sie perfekte Ergebnisse. Wir haben die besten Grillthermometer getestet.

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Perfektes indirektes Grillen mit dem Holzkohlegrill

  1. Bei einem Holzkohlegrill achten Sie wie gewohnt auf eine gute Glut. Es sollten keine schwarzen Kohlestückchen mehr am brennen sein.
  2. Nun wird die Glut unter dem Rost von der Mitte aus an die Ränder geschoben, damit in der Mitte Platz ist.
  3. Stellen Sie einen Schale mit Wasser in die Mitte, die auch das herabtropfende Fett auffängt, aber auch für saftiges Grillfleisch und Geflügel sorgt.
  4. Unter dem Grillgut sollten Sie nun keine direkte Hitzequelle mehr haben. Legen Sie Ihr Grillgut nun in die Mitte auf Ihr Rost.Dabei darauf achten, dass direkt unter dem Grillgut keine glühende Kohle ist.
  5. Schließen Sie den Deckel und überprüfen Sie die Temperatur. Jetzt heißt es warten bis das Grillgut durchgegart ist und anschließend genießen.

Indirektes Grillen auf dem Gasgrill

  1. Beim Gasgrill verfahren Sie ähnlich. Zuerst werden alle Brenner voll aufgedreht und der Gasgrill für ca. 5 bis 10 Minuten vorgeheizt.
  2. Schalten Sie nun den mittleren Brenner aus. Dann legen Sie Ihr Grillgut in die Mitte. Es darf nicht direkt über den Flammen der aktiven Brenner liegen.
  3. Auch hier schließen Sie die Grillhaube und kontrollieren die Temperatur im Inneren mit dem Thermometer.

Durch den geschlossenen Grill zirkuliert die Luft innerhalb der Kugel und verteilt die Hitze gleichmäßig. Das Fleisch wird von allen Seiten sanft gegart.

Besonders praktisch für Sie: Die Gefahr des Verbrennens und das lästige Wenden entfällt. Sie können das indirekte Grillen ein wenig mit Ihrem Backofen zu Hause vergleichen, wenn Sie einen Braten mit Umluft zubereiten.

Welches Fleisch ist für das indirekte Grillen geeignet?

Gerade das indirekte Grillen eignet sich sehr gut für dicke Fleischstücke. Ganze Hähnchen, Braten, sehr dicke Steaks oder auch Rippenstücke sind die klassischen Zutaten für diese Grillmethode. Wie Sie sicherlich schon merken, sind beispielsweise Bratwürstchen nicht für diese Art der Zubereitung geeignet.

Vorteile beim indirekten Grillen:

  • Besonders für dicke, kräftige Fleischstücke
  • Grillgut wird besonders zart
  • Keine gesundheitsschädlichen Fettverbrennungsstoffe
  • Lässt sich hervorragend mit der direkten Methode kombinieren

Tipp für noch mehr Raffinesse

Wenn Sie Ihr gutes Stück Fleisch noch veredeln wollen, kombinieren Sie beide Grillmethoden. Sie können am Anfang eine Kruste und Röstaromen durch das intensive direkte Grillen erzeugen und dann ihr Fleisch mit der indirekten Garmethode langsam zart werden lassen. Genauso können Sie auch andersherum verfahren: Garen Sie Ihren Braten sanft beim indirekten Grillen, streichen dann das Fleisch mit einer kräftigen Marinade ein und geben durch direkte Hitze einen feurigen Abschluss. Köstlich!

Fazit

Über Geschmack lässt sich nicht streiten! Beide Grillarten haben ihre Berechtigung. Ein lasches Würstchen schmeckt genauso wenig wie ein verbrannter Braten, der innen noch roh ist. Werden Sie kreativ und verbinden Sie beide Methoden miteinander und Sie werden von dem Geschmack überrascht sein. Wenn Sie sich überlegen, einen neuen Grill anzuschaffen, achten Sie darauf, dass Ihr Grill beide Varianten beherrscht und ein Thermometer vorhanden ist.

Wenn Sie auf der Suche nach einem neuen und sehr guten Grill sind, dann schauen Sie mal in unsere Gasgrill Tests rein.
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